Monatsrückblick April 2026: Der April macht, was er will!

Der Monatsrückblick April 2026 geht auf keine Kuhhaut!
Dieser Monat hat mich auf die Knie gezwungen.
Und gleichzeitig aufgerichtet.

Legen wir los!

Endometriose OP Nr. 4

Am 08.04.2026 stand meine vierte Endometriose OP an. Dieses Mal in Hamburg, im Albertinen Krankenhaus, denn ich wusste: Ich brauche die Besten der Besten.

Ein Tumor hatte es sich in meinem Becken gemütlich gemacht. Ich hatte täglich Kreislaufprobleme bis hin zum Kollaps, weil ich – wie jeder normale Mensch auch – Stuhlgang hatte. Mein linker Harnleiter war betroffen und ein Befall der Beckennerven war nicht auszuschließen. Die Schmerzen waren jenseits von Gut und Böse. Meine Schmerztherapie mit Tilidin war bis zur Höchstdosis ausgereizt – und ich hatte immer noch Schmerzen. Es war kaum noch zu ertragen.

Den März verbrachte ich im Standby-Modus. Ich hatte zu nichts mehr Kraft. Es reichte gerade so aus, um mich mental über Wasser zu halten. Ich konnte kaum laufen, war schnell erschöpft und meine körperliche wie seelische Lage spitzte sich extrem zu. Jetzt wo ein Ziel in Sicht war, schaltete ich vom Überlebensmodus in den Hoffnungsmodus. Es stand für mich viel auf dem Spiel. Ich musste den Ärzt:innen, den Pfleger:innen vertrauen. Wer schonmal eine Operation im Genital- und Intimbereich gehabt hat wird wissen, dass sich das Gefühl der Schutzlosigkeit, der Auslieferung nochmal mehr verstärkt.

Augen zu und durch.

Ich wurde mit einem daVinci Chirurgie-Roboter operiert von einem der besten Endometriosespezialisten Deutschlands – wenn nicht sogar Europas. Ich bin sehr stolz und ich bin sehr dankbar für diese Chance.

Das lange Warten zahlte sich aus. Bereits den zweiten Tag nach der OP ging es mir besser als zuvor. Natürlich waren da noch Schmerzen und die Erschöpfung nach einer OP. Doch ich fühlte mich leichter.

Meine Schmerzen hatten sich verändert.
Und ich mich auch.

Mehr dazu liest du in meinem Artikel:
„Endometriose OP Nr. 4 – Ein Bericht“ ->(coming soon)

Radikale Akzeptanz

Dieses Thema war für mich ein krasses Lernfeld diesen Monat.

Radikale Akzeptanz ist gar nicht so einfach.
Es geht darum, alles so zu akzeptieren, wie es ist.

Doch Achtung: Es geht nicht darum, alles gut zu heißen, was geschehen ist. Verletzte Grenzen, Wut und Traurigkeit brauchen ihren Raum. Sie so zu akzeptieren, wie sie sind, ist auch ein Teil der Radikalen Akzeptanz.

Seit meinem ersten Verdacht, dass ich an Endometriose erkrankt sein könnte, wurde ich nicht ernst genommen. Mein Leiden wurde bagatellisiert. Man sprach mir meine Symptome ab, spielte meine Schmerzen herunter und nahm mich nicht ernst. Auch mit einer Diagnose Endometriose und Adenomyose.

Dann kam im Dezember 2025 der Wendepunkt.

Ich geriet an meine Grenzen. Körperlich, psychisch und emotional. Zu lange hatte ich alles ausgehalten, auf Hilfe von Außen gehofft und mein eigenes Leiden heruntergespielt. Dann fasste ich den Entschluss, mich im Albertinen-Krankenhaus in Hamburg vorzustellen. Es ging alles sehr zügig und gleichzeitig quälend langsam. Das ist eine andere Form von Raum und Zeit, die man in so einer Situation erfährt.

Dann kam die OP im April 2026.

Die OP war kompliziert, umfangreich und erfolgreich. Ich wurde dort in der Klinik sehr gut behandelt. Zu jeder Zeit hatte ich das Gefühl, ernstgenommen und gesehen zu werden. Für mich begann sich das eine Bild über das andere zu legen. Mein persönliches Empfinden war endlich deckungsgleich mit der Diagnose meines Körpers.

Ich las den OP-Bericht und in mir formte sich ein leises „Ich kann es jetzt annehmen“. Viel zu lange hatte ich um Anerkennung, Gehör und Hilfe gebeten – ohne Erfolg. Egal ob in einer Praxis, beim GdB-Antrag oder im Umfeld. Viel zu lange war da ein riesiger Schmerz über all die blöden Kommentare, das Gaslighting, die körperlichen Übergriffe in medizinischen Untersuchungen. All das ist da. Und es ist wichtig, dass das da sein darf. Gleichzeitig ist es wichtig zu sagen: „Okay. Passiert ist passiert. Ich kann es nicht mehr ändern.“

Ich kann es jetzt annehmen. So wie es ist.

Ich kann sehen, was ich Tag für Tag leiste. Ich kann sehen, was mein Körper für Höchstleistung bringt. Ich kann sehen, dass es okay ist, auszusteigen – aus einem Hochleistungssystem.

Langsamer zu sein ist okay.
Manchmal ist langsam schnell genug.
Und radikale Akzeptanz der ein wichtiger Schritt in die Heilung.

Erste Schritte in die Sichtbarkeit

Durch die Operation und die radikale Akzeptanz meines Weges hat sich vieles in mir verschoben. Mir geht es besser, ich fühle mich leichter und das Leben fühlt sich lebendiger an. Dank der radikalen Akzeptanz hat sich in mir ein Fenster geöffnet, das die ersten Schritte in die Sichtbarkeit erst möglich gemacht hat. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist alles abzustreifen, das mich versucht zurück zu halten. Menschen. Dinge. Innere Muster.

Eines schönen Tages habe ich zu meinem Mann gesagt: „Jetzt bin ich dran!“ – und das meine ich auch so!
Jetzt ist es an der Zeit, dass ich meine Träume lebe und verwirkliche. Jetzt geht es mal um mich und nicht um die Endometriose, Familienplanung oder Menschen, die mir vorschreiben zu wollen, wie ich zu leben habe. Ja, es gibt Menschen, die sich über meine „Guten Morgen“-Storys echauffieren. Es geht ihnen dabei nicht um das „Guten Morgen“, sondern um die Tatsache, dass dieses „Guten Morgen“ um 11:30 Uhr kommt. Da ist der halbe Arbeitstag schon fast rum und ich faule Sau fange dann erst an. Und dann laufe ich auch noch barfuß durch den Garten, mit meinem Kaffee und höre mir inspirierende Messages an. Na, Sachen gibts!

Es hat mich wirklich viel Kraft und Zeit gekostet, mich von diesen Beschränkungen zu lösen. Ich bin nicht auf dieser Welt, um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. Es ist wichtig, dass ich mein Leben lebe, so wie ich es für richtig halte und wie es mir gut tut. Ich glaube, dass viele Menschen ein Problem mit meiner Lebensgestaltung haben, weil sie sich selbst nicht erlauben, so frei zu leben. Sie können also meist nichts dafür. Es sind Muster, die sie gelernt haben, wie z.B. dass Arbeit hart ist und man um 6 Uhr anfängt, weil man sonst nichts erledigt bekommt.

Heute halte ich mich an einen einfach aber tiefgründigen Grundsatz:

Wenn die Menschen, nach deren Erwartungen du lebst, nicht für dich sterben würden –
warum willst du dann für sie leben?

Juliane Kau

Der goldene Weg

Seit ein paar Tage bzw. schon Wochen, bin ich auf „The Golden Path“ von Wenke Wassibauer unterwegs. Gemeinsam in einer Gruppe öffnen wir gerade gemeinsam die Tiefe, die es braucht, um in diesem Leben kraftvoll zu wirken. Für mich verändert sich ganz besonders meine Sprache. Sprache ist ein wichtiges Instrument im doppeldeutigen Sinne. Wir sprechen etwas aus und gleichzeitig bestehen unsere Gedanken aus Sprache.

Ich habe es doch tatsächlich geschafft, nach 6 Monaten Schweigen, bei Instagram eine gesprochene Story hochzuladen. Der Moment, in dem ich meine Stimme rausgelassen habe, hat sich ganz wunderbar und lebendig angefühlt. Die Schmetterlinge in meinem Bauch waren sehr lebhaft unterwegs. Und die Reaktionen waren grandios! Vielen Dank an dich, für deine Rückmeldung und dein Herzchen darauf. Es berührt mich sehr, wenn meine Worte so in Empfang genommen werden. Denn sie sind schlussendlich das, was ich bin. Es ist noch ungewohnt mich in dieser Intensität und Authentizität zu zeigen. Aber es macht mir sehr viel Freude und so habe ich direkt drei Tage noch eine Story aufgenommen und hochgeladen.

Die vergangenen Tage war ich sehr ruhig nach Außen. Das bedeutet häufig, dass es in mir sehr lebendig ist und sich vieles neu sortiert. Ich habe mein Fundament aufgebrochen und abgerissen – nur um es neu aufzubauen und noch tiefer im Boden zu verankern.

Die Landingpage

Hier sind wir an dem Punkt, wo alles zusammenfließt.

Die letzten 2,5 Jahre waren geprägt von der Auflösung all dessen, was mich klein gehalten hat. Ich habe reguliert, wo es nicht meine Aufgabe war zu regulieren. Ich habe zuerst den Fehler bei mir gesucht. Ich war mehr bei anderen als bei mir.

Was mich rettete: meine Gefühle auszusprechen.

Aus dieser Erfahrung – und aus meinem Studium, meiner Ausbildung zur psychologischen Beraterin – ist etwas entstanden:

„Sag, was du wirklich fühlst.“

Ein Kurs, in dem ich dich deinen Gefühlen näher bringen möchte. Deine Stimme ist die Rakete. Deine Gefühle sind der Kraftstoff. Dein Herz sitzt in der Kommandozentrale. 🚀

Wenn dich das anspricht – trag dich auf die Warteliste ein.

Was sonst noch so los war:

  • BWL bestanden! 🎉
    Ich habe im April meine BWL Klausur nachgeholt. Der erste Versuch war ein komplettes Desaster -> hier nachzulesen.
    Ich habe mit einer 2,0 bestanden und bin mächtig stolz 🙃
  • Osterhäschen undercover! 🐰
    Für mein Patenkind habe ich dieses Jahr ihre erste Ostereiersuche veranstaltet. Ich versteckte fünf Eier und ein kleines Körbchen in unserem Garten.
Bloggerin Juliane Kau hält lächelnd ein süßes Osterkörbchen in der Hand, dass aussieht wie ein hasen-Mädchen mit dunkel roter Blume am Ohr und einer glitzernden herzförmigen Nase
Dieses süße Osterhasen-Mädchen durfte die Überraschungen für mein Patenkind hüten.
  • Bärlauch-Ernte 🌿
    In unserem Garten wächst viel Bärlauch und ich wusste lange nicht, was man damit machen kann. Im April entschied ich mich dazu, das sehr aromatisch Kraut zu ernten und es zu Pesto zu verarbeiten. 👩🏼‍🍳
    Es schmeckt sehr intensiv nach Knoblauch und passt ganz fantastisch zu Pasta!
    Hast du ein Lieblings-Bärlauch-Rezept? Dann immer her damit! 😍
Grüner Bärlauch mit drei einzelnen Blütenknospen in einem Meer des aromatischen Krauts.
Ein Meer aus Bärlauch mit drei kleinen Blütenknospen – die übrigens auch essbar sind.
Es ist ein Glas voller leckerem, grünem Bärlauchpesto zu sehen.
Mein erstes Bärlauchpesto 😍
  • Klage gegen das BaföG-Amt 🧑🏼‍⚖️
    Ich habe Klage gegen das Studierendenwerk Thüringen (BaföG-Amt) wegen Untätigkeit erhoben – und gewonnen!
    Unglaubliche 15 Monate habe ich auf die Bewilligung meines Bafög-Antrages für das Jahr 2025 gewartet!
    Leider bin ich kein Einzelfall.
  • Erste Hilfe und Reanimation an der Autobahnabfahrt 🚒
    An einem Freitagmorgen im April hielten mein Mann und ich kurz hinter der Autobahnabfahrt an. Ein Mann saß leblos im Auto. Seine Frau sagte einen Satz, der mich seitdem nicht mehr loslässt.
    Darüber habe ich in meinem Newsletter „Post von der Parkbank“ geschrieben -> hier geht zum Archiv
  • Die große Hafenrundfahrt
    Natürlich haben mein Mann und ich, wie alle guten Touristen, in Hamburg eine Hafenrundfahrt gemacht. Mit einer Barkasse ging es durch die Speicherstadt, die Hafen City und den Industrie-Hafen. Wir haben eines der größten Containerschiffe der Welt gesehen, das Wasserschloss, riesige Yachten und noch viel mehr!
Die Bloggerin Juliane Kau sitzt auf einer Barkasse bei bestem Wetter und Sonnenschein in Hamburg
Startklar warten wir aufs Ablegen. Bei bestem Wetter und starkem Sonnenschein.
Der Blick über den Hamburger Hafen von den Landungsbrücken.
  • Terrassenbau abgeschlossen! 🚧
    Im März begann mein Mann mit zwei Freunden die Terrasse auszukoffern und mit Sand zu befüllen. Knapp zwei Monate später ist unsere neue Terrasse ausgepflastert und der Zaun steht auch schon. Da kann der Sommer kommen! 🍹
Zu sehen ist eine ausgekofferte Fläche, die mit Sand gefüllt und zur Hälfte mit grauen Steinen ausgepflastert ist.
work in progess... auf eine Größe von 12×4,5m wollen die Steine erstmal verlegt sein.

Blogartikel des Monats April 2026:

Es gibt keine.

Nach zwei monatiger Blogpause, freue ich mich sehr, wieder im Sattel zu sitzen. 🏇🏼

Meine Bildergalerie des Monats 2026:

Was steht an im Mai 2026:

  • Klausur Einführung in die Kommunikations- und Medienwissenschaften ✍🏼
    Die Klausur habe ich vor meiner OP leider nicht mehr geschafft. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.
  • Mediations- und Achtsamkeitstrainerin 🧘🏼‍♀️
    Bereits Ende 2025 wollte ich die Ausbildung abgeschlossen haben. Es kam leider die Endometriose dazwischen. Nun habe ich den Kopf wieder frei für Neues. Ich freue mich drauf!
  • Aufenthalt in der Schmerzklinik 🏥
    Im Mai ist es endlich so weit. Ich darf in die Schmerzklinik!
    Nach dem mein Termin verschoben werden musste, werde ich Ende Mai stationär aufgenommen. Ich freue mich sehr über diese Chance!

Ich freue mich, dass du hier bist!

Handschrift Juliane

Weitere Beiträge

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Cookie Consent Banner von Real Cookie Banner