Der Februar war ein Monat der leisen Entscheidungen.
Keine großen Umbrüche, kein dramatisches Feuerwerk.
Sondern etwas viel Grundlegenderes: Aussteigen. Durchatmen. Weitergehen.
Ich habe eine Dynamik hinter mir gelassen, die mir nicht mehr gut tat. Ich habe auf Antworten in Hamburg gehofft – und neue Fragen bekommen. Und ich habe gelernt, dass das Leben manchmal kleiner wird, bevor es wieder größer werden kann.
Mein Ausstieg
Es ist eine bewusste Entscheidung: das Aussteigen aus Dynamiken, die mir nicht mehr guttun. Dieses Bleiben-um-jeden-Preis kenne ich nicht erst seit gestern. Doch das was zählt, ist, dass ich es geschafft habe auszusteigen: aus der WhatsApp Gruppe und meinem inneren Muster, mich erklären zu müssen.
Vielleicht kennst du das auch: So lange bleiben und festhalten, bis du selbst fast daran zerbrichst. Egal ob Menschen oder Situationen – es zieht sich durch mein Leben. Ich blieb häufig viel länger, als es gut für mich war und investierte mein letztes bisschen Kraft. Auch diesmal war es ähnlich. Mich hielt eine Mischung aus Hoffnung und Harmoniebedürfnis gewürzt mit einer Prise Loyalität und der Angst vor Ausgrenzung zurück. Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch mit der Zeit kam nicht nur die Erkenntnis, sondern auch die Klarheit: „Ich darf gehen!“
Diese Erkenntnis „Ich darf gehen“ ist so viel mehr, als nur die Erlaubnis eine WhatsApp Gruppe zu verlassen. Es ist die Erlaubnis aufzuhören – mit kämpfen, rechtfertigen, erklären und schlichten. Mit diesem Satz kam Ruhe. Kein Rechtfertigen mehr. Kein innerer Prozess-Marathon. Nur Klarheit. Es ist nicht mehr nötig, nach Halt im Außen zu suchen und dabei über meine Grenzen zu wirtschaften. Es ist nicht mehr nötig, mich stundenlang zu erklären in der Hoffnung, dass mich mein Gegenüber versteht und mich entsprechend behandelt.
„Ich darf gehen“ ist meine Erlaubnis, aufzustehen und den Tisch zu verlassen
Juliane Kau
– ganz ohne Erklärung.
Es ist so eine Erleichterung für mich zu erkennen, dass nicht die Notwendigkeit besteht, Dynamiken in ihrer Energie auszuhalten. Ich kann ganz einfach gehen.
Diese Entscheidung war Startschuss für meine innere Neuausrichtung.
Hamburg – Klappe die Zweite
In meinem Monatsrückblick Januar 2026: Kleine Welt habe ich bereits über meinen ersten Termin in Hamburg geschrieben. Es sollte ein MRT gemacht und im nächsten Termin dann die OP besprochen werden. Gesagt, getan. Nachdem die Bilder in Hamburg ausgewertet wurden, bekam ich recht zügig meinen zweiten Termin. Am Dienstag kam der Anruf aus dem Krankenhaus mit einem Termin für Freitag. Ziemlich spontan – aber das sollte mir recht sein. Ich rief erst meinen Mann an und buchte dann das Hotel.
Als wir am Freitag in der Klinik ankamen, waren wir etwas früher dran. Das Wartezimmer war leer und ich ziemlich nervös. In solchen Momenten vergeht die Zeit irgendwie anders und folgt einer ganz eigenen Dynamik. Die Mischung aus Hoffnung und Angst kenne ich inzwischen ziemlich gut. Endlich Klarheit, auch wenn Klarheit eine OP bedeutet. Nur leider blieb die Klarheit aus…
Das MRT brachte leider nicht die erhofften Ergebnisse. Eine OP ist unumgänglich. Die Ärzte wollen sich die Situation in meinem Bauch anschauen und dann entscheiden. Weitere Eingriffe sind möglich. Ich musste schlucken. Dabei war ich doch wegen Antworten gekommen – und jetzt soll die OP Klarheit bringen.
Wir besprachen detailliert den nächsten Eingriff und der Arzt nahm sich viel Zeit für alle meine Fragen. Damit wir nicht nochmal nach Hamburg fahren müssen, machte er uns einen Termin in der Anästhesie. Somit klapperte ich bereits an dem Tag alle wichtigen Stationen ab. Die OP ist für Anfang April geplant und ich hoffe, dass ich dann mehr Klarheit habe und es mir wieder besser geht. Drücke mir die Daumen!
Das Leben geht weiter
Auch wenn meine Welt im Moment kleiner ist als sonst, gibt es Dinge, die mir Kraft geben. Kleine Ausflüge. Gute Gespräche. Ein Abendessen mit einer Freundin.
Vielleicht ist genau das gerade meine wichtigste Lektion: Das Leben pausiert nicht für Krisen. Und vielleicht muss es das auch gar nicht.
Es sind ein paar Stunden, in denen ich mich nicht krank fühle. Und diese kleinen Momente, in denen ich merke: Meine Träume sind immer noch da.
Vielleicht gehe ich gerade langsamer als sonst. Aber ich gehe weiter.
Ich hätte nicht für möglich gehalten, dass es mal das Schreiben sein wird, was mich hochhält. Es ist aktuell alles noch sehr persönlich hier auf meinem Blog – und vielleicht ist genau das jetzt dran. Mich zu öffnen, mich zu zeigen und meine Gedanken mit der Welt zu teilen. Es tut mir gut mein tägliches Erleben zu reflektieren und in Worte zu fassen. Output zu haben, um so den Druck in meinem inneren zu verringern. Meine liebe Freundin Júlie sagt immer zu mir: „Juliane! Deine Gedanken müssen an die frische Luft!“ – nun: hier sind wir 😉
Meine wichtigste Erkenntnis aus dem Monat Februar:
Das Leben kann so einfach sein. Im Sinne von: simpel.
Juliane Kau
In der Einfachheit liegt eine ganz eigene Schönheit. Und Frieden.
Im Dezember habe ich noch einen Newsletter über die Komplexität des Lebens geschrieben. Es ging darum, dass ich viele Sachen gleichzeitig erledigen wollte und Handlungsstränge parallel liefen. Im Endeffekt hat es mich ausgezehrt und ich war sehr erschöpft. Was wohl auch an dem Dauerstress lag, den ich selbst gewählt habe. Einsicht ist bekanntlich der erste Schritt zur Besserung, oder?
Ich habe mir selbst die Erlaubnis gegeben, meinen Alltag einfach und langsam zu gestalten. Es hat mich viel gekostet zu erkennen, dass mein Rhythmus ein anderer ist, als gesellschaftlich erwartet wird. Gleichzeitig fiel es mir schwer, mir die Freiheit zu erlauben: dann zu arbeiten, wenn mein Körper zustimmt und die Ressourcen da sind.
Heute liebe ich es, mir keinen Wecker zu stellen. Ich stehe morgens auf, mache mir meinen Kaffee, füttere den Hund und gehe nach draußen. Frische Luft ist mein Morgenritual. Ich gehe durch den Garten, um meinen Körper und meinen Geist in Bewegung zu bringen. Besonders freue ich mich, dass die derzeitigen Temperaturen (06.03.2026 – 17°C) es zulassen, draußen barfuß zu gehen.
Wenn ich dir noch abschließend etwas mitgeben darf, dann ist es das:
Lass die Leute reden.
Hör auf deinen Körper.
Schlaf ist wichtig. Schlafe ausreichend und gut.
Beginne den Tag mit Bewegung.
Gehe an die frische Luft (vielleicht auch am liebsten barfuß).
Öffne dein Herz und lass die Sonne rein.
🌞🫶🏼🫂
Was sonst noch so los war:
- Schmitzfindigkeiten by Ralf Schmitz 🌍
Es war herrlich! Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so ausgiebig und herzlich gelacht habe. Ralf Schmitz hat die Show rund um Improvisation gebaut und es hat sich ausgezahlt. Thema waren unsere Spitzfindigkeiten und damit ein herrlicher Spiegel. Ich liebe es, wenn sich die Dramaturgie selbst schreibt. Beim nächsten Mal sind wir wieder mit dabei!

- Alles blüht! 🤍💜
Ich bin voll kindlicher Freude, wenn ich die ersten Schneeglöckchen, Krokusse und Märzbecher sehe!


- Hallo Hamburg! ⚓
Natürlich haben wir meinen Termin im Endometriosezentrum auch dafür genutzt, Hamburg zu erkunden. Dieses Mal mit der Bahn. Ganz souverän bahnten wir uns unseren Weg durch Fahrpläne und die Stadt. Für so Landeier wie uns ist es schon erstaunlich, wie angenehm es sein kann, mit Bus und Bahn zu fahren.

Blogartikel des Monats Februar 2026:
Monatsrückblick Januar 2026: Kleine Welt
Was dichter Nebel und eine Sichtweite unter 100 Metern mit meinem Leben zutun haben, erfährst du im Artikel. 🙃
Meine Bildergalerie des Monats:








Was steht an im März 2026:
- Mein Studium startet wieder! 📚
Ich freue mich sehr darauf, meinen Wissensdurst zu stillen. Meine erste Amtshandlung: BWL schreiben. Durch die erste BWL-Klausur bin ich durchgefallen. Mehr von meinem BWL Desaster findest du in meinem „Jahresrückblick 2025: Ein Jahr, wie ein halbes Leben!“ - Go shawty, it’s my birthday! 🎉😍
Ich habe im März Geburtstag und freue mich auf ein neues Lebensjahr voller neuer Erkenntnisse und Abenteuer!
Wie war dein Februar 2026?
Was war dein Highlight dieses kurzen aber dennoch eindrucksvollen Monats?
Lass es mich gerne wissen und schreibe es mir in die Kommentare!
Ich freue mich von dir zu lesen!



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